Gesang
Klavier
Orgel
Querflöte

Musikunterricht für Kinder

Wenn Kinder beginnen, sich für ein Musikinstrument zu interessieren, möchten die meisten Eltern dies natürlich unterstützen und machen sich daran, aus diversen Quellen Informationen zu diesem oder jenem Instrument zu erhalten:

Ab wann kann mein Kind es erlernen?
Was kostet das Instrument?
Welche Vorkenntnisse müssen vorhanden sein?
Wo wird Unterricht angeboten?

Aus eigener Erfahrung möchte ich hier versuchen, die meisten Fragen zu klären, die von Eltern an mich gestellt werden. Oft haben sie dann schon Odysseen hinter sich gebracht und wurden mit gegensätzlichsten Informationen verunsichert, wobei manches dem Reich der Fabeln entspringt.

Gesang

Gesangsunterricht für Kinder (vor dem Stimmbruch) ist prinzipiell möglich. Allerdings kann hier nicht mit der gleichen Technik vorgegangen werden wie beim jugendlichen oder erwachsenen Sänger.
Hie und da werden berühmte Kinderchöre zum Vorbild genommen, das eigene Kind zu einem "Solisten" unterrichten lassen zu wollen - Vorsicht! Die kindliche Stimme ist äußerst empfindsam und braucht erfahrene Kinderstimmbildner, wie sie in den großen Chören meist vorhanden sind. Bei privaten Gesangslehrenden sollte sehr genau hingeschaut und auch nachgefragt werden - kindliche Stimmschäden aufgrund falschen Unterrichts sind meist irreparabel.
Hier mein persönlicher Tip:
Wenn das Kind große Freude am Gesang zeigt, ist der Einstieg am besten über einen Kinderchor zu bewerkstelligen. Hier kann in der Gruppe schonend mit der Einzelstimme gearbeitet werden, ohne das Kind und seine kindliche Stimme zu überfordern. Aber auch hier gilt: sich informieren und mal eine Probe besuchen und zuschauen.


Thema Stimmbruch:

wenn die Jungs in den Stimmbruch kommen, ist das meist nicht zu überhören.
Anders ist es bei den Mädchen: es ist immer noch nicht allgemein bekannt, daß auch sie einen Stimmbruch haben, allerdings meist etwas später als die Jungs und natürlich nicht so auffällig, da die weibliche Stimme nicht um eine ganze Etage nach unten rutscht, sondern sich im Stimmsitz, Volumen sowie Klangfarbe und Tonbildung verändert.
Wie bei den Jungs, erfordert auch der Stimmbruch bei den Mädchen besondere Rücksicht und Schonung der Stimme. Im Zweifelsfall beim Kinderchorleiter nachfragen - wenn er/sie vom Stimmbruch bei den Mädchen noch nie gehört hat, lieber einen anderen Chor suchen....

Klavier

Grundsätzlich kann jedes Kind das Klavierspiel erlernen, so die Größe der Hände den Anforderungen an erste Übungen gerecht werden kann. Wenn die Beine noch nicht bis zu den Pedalen reichen, ist dies kein Hindernis (wie oft gemeint wird) - die Benutzung der Pedale wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erlernt.
Hilfreich ist es immer, zum "Testen" eine "Schnupperstunde" zu nehmen: Hier kann das Kind sich genauer mit dem Instrument bekannt machen, und die Lehrerin/der Lehrer hat die Möglichkeit, die körperlichen Möglichkeiten des Kindes (Körpergröße, Hände usw.) auszuloten
.

Anschaffung des Instrumentes:
Es muss kein Steinway-Flügel sein!
Wer vorsichtig sein möchte und/oder nicht weiß, ob da Kind beim Instrument bleibt, sollte sich in einem guten Musikgeschäft mit Klavierabteilung beraten lassen (hierzu unbedingt jemanden mitnehmen, der was von Klavieren versteht und auch probespielen kann!).

Gute Klaviere können heute auch gebraucht schon sehr günstig sein, sollten aber vom Klavierbauer überholt worden sein..

E-Orgel und Keyboard sind NICHT als Alternativen geeignet und sollten NIEMALS als Vorstufe zum Klavier in Betracht gezogen werden. Beide wirken sich verheerend auf den kindlichen Musikalisierungsprozess aus!

Unterricht:
Die Begriffe "Musikschule" und "Musiklehrer"
sind rechtlich NICHT GESCHÜTZT!
Nicht alles, was sich so nennt, bietet qualifizierten Unterricht an.
Entscheidend ist die Qualifikation der Lehrenden: Gibt es Unterrichtskräfte, die ihr Instrument studiert haben (Musikerziehung, Elementare Musikpädagogik (EMP), Künstlerisches Studium o.ä.)?

Wichtig:
Erkundigen Sie sich, ob die in Erwägung gezogene Musikschule den VdM -Richtlinien entspricht (VdM = Verband der Musikschulen)!

Grundsätzlich ist sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht möglich, wobei in der Gruppe besondere pädagogische Konzepte erforderlich sind - Zuerst Informieren!

Haben Sie keine Scheu, nachzufragen!
Eine seriöse Musikschule wird Ihre Fragen gerne beantworten!


Erkundigen Sie sich bei der Musikschule in Ihrer Nähe.
Hilfreich kann auch sein, sich über die Musikhochschulen Studierende vermitteln zu lassen - die Lehrenden der Hauptfächer (Instrumente) helfen gerne weiter.

(Kirchen-) Orgel

(hier geht es zur Seite mit den Orgellinks)

Hier gilt ähnliches wie beim Klavier.
Vorheriger Klavierunterricht kann hilfreich sein, ist aber keine Bedingung.

Kleine Kinder (= kurze Beine) müssen allerdings meist einige Jahre warten, bis das Pedalspiel erlernt werden kann. Da eine Orgel zumeist über mindestens 2 Klaviaturen (= Tastenreihen) verfügt, von denen eine hinter die andere gebaut ist, haben es kleingewachsene Kinder etwas schwerer, überall "dranzukommen".

Die Anschaffung entfällt.
Unterricht und das Üben finden statt in der Kirche, in der die Orgel steht.
Hierzu muß bei der jeweiligen Kirchengemeinde angefragt werden.

Unterricht:
(Kirchen)Orgelunterricht wird oft nur von großen Musikschulen angeboten, auch sind Musikerzieher/innen mit Hauptfach Orgel eher selten.

Wenden Sie sich an die/den Kirchenmusiker/in der Kath. oder Ev. Gemeinde. Fragen Sie in den Gemeinden nach, wo/ob es hauptberufliche Kirchenmusiker/innen (Kantor/inn/en) gibt, die Kirchenmusik studiert haben.

Auch hier gilt: Die Qualifikation ist A und O guten Unterrichtes!
nehmen Sie Ihrem Kind zuliebe auch eine 5 km weitere Anfahrt in Kauf, wenn dort qualifizierter Unterricht möglich ist!

Schlechter Musikunterricht in entscheidenden Lernphasen des Kindes läßt sich NIE WIEDER ganz aufholen!

Querflöte

(hier geht es zur Seite mit den Flötenlinks)

Das große Märchen:
um Querflöte zu erlernen, muß vorher Blockflöte erlernt werden.

Das ist vollkommener Unsinn!

Block- und Querflöte haben etwa soviel gemeinsam wie Oboe und Posaune: In beides wird reingeblasen....

Grob gesagt: Die Technik ist anders, die Tonerzeugung (das Anblasen) ist anders, die Griffe sind anders. Die Verfasserin dieser Zeilen sollte es wissen, denn sie unterrichtet seit Jahren Querflöte, spielt aber keinen Ton Blockflöte (kann sie nämlich nicht).

Hinzu kommt die seit Jahrzehnten kuriose Ansicht, Blockflöte sei ein sehr kindgerechtes Instrument. Dem ist nicht so. Durch ihre baulichen Eigenheiten ist die Blockflöte ein sehr labiles Instrument, aus dem in Kinderhand 10 Jahre lang Töne quietschen. Echte Erfolgserlebnisse klanglicher Art sind für Kinder mit diesem Instrument fast unmöglich.

Grundsätzliches zur Querflöte:
Entscheidend ist die Länge der kindlichen Finger: sie müssen die Flöte halten und die Klappen drücken können, ohne zu verkrampfen. Hier muß individuell ausprobiert werden. Sollten die Arme noch zu kurz sein, gibt es hierfür einen gebogenen Flötenkopf speziell für Kinder, der das Instrument verkürzt, bis die Arme für den "großen" Kopf reichen.

Der gebogene Flötenkopf sieht so aus:

Anschaffung der Querflöte:
Gute Schülerinstrumente kosten ca. 400 - 500 €.
aber auch Flöten lassen sich gebraucht kaufen. Beratung gibt es im guten Musikgeschäft. Ideal ist immer, die/den potentiellen Lehrer/in zum Flötenkauf mitzunehmen.
Oft sind Musikgeschäfte kulant und geben den gebogenen (Kinder-) Flötenkopf gegen geringe Miet-Pauschale mit. Der große ist sowieso dabei, und der kleine kann zurückgegeben werden, wenn das Kind etwas gewachsen ist.


Unterricht:
Hier gilt ähnliches wie beim Klavier.
Oft bieten Musikschulen gerade für Flöte Gruppenunterricht an. Dies ist nicht generell abzulehnen (es sei denn,die Gruppe ist sehr groß), jedoch ist Einzelunterricht mit der Möglichkeit, individuell auf jede/n Schüler/in einzugehen, immer vorzuziehen.

Auch hier gilt: Erkundigen Sie sich nach dem pädagogischen Konzept!

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!
Salamanca66@aol.com